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STERN DER JAHRTAUSENDWENDE

Karlheinz Dotter

Wir schreiben das Jahr 7 vor Christi Geburt. Am Nachthimmel leuchten majestätisch, vor dem Sternbild der Fische, die beiden großen unter den Wandelsternen, Jupiter und Saturn. Sternenkundige Weise aus dem Morgenland, beobachten das am Himmel stehende Paar und haben Kenntnis von seiner grossen Bedeutung. Eine weitreichende Veränderung wird stattfinden, die Geburt eines neuen Königs, eines Messias sollte diesem Stern von Bethlehem folgen.

Die Sternenkundigen jener Zeit wussten um die zyklischen Wiederholungsmuster der JupiterSaturn-Konjunktionen. Sie kannten den 20 jährigen Rhythmus ihrer Wiederkehr und hatten Beobachtungen, die zeigten, daß sich die Konjunktion im Trigon-Sprung rückwärts durch den Tierkreis bewegt, und durch diese trigonalen Sprünge bedingt, sich über längere Zeit immer wieder im gleichen Element wiederholt.

Dennoch gibt es keine Aufzeichnungen, die darauf schliessen lassen, dass jene Astrologen den ganz grossen Zyklus, in den die Trigonbewegungen der Konjunktionen eingebunden sind, bereits überblickten.
So lassen sich durchschnittlich 10 KONJUNKTIONEN in einem Zeitraum von 200 JAHREN finden, in denen die Konjunktion -alle 20 Jahre -im gleichen Element wiederkehrt.

Um alle 4 ELEMENTE DES TIERKREISES zu durchlaufen, benötigt die JupiterSaturn-Konjunktion folglich 800 JAHRE (exakter 794,3 Jahre)

Eine solche 800 Jahres-Periode beginnt impulsgebend im Element Feuer, wechselt zu Erde, dann zu Luft, um mit dem Element Wasser ihren Abschluß zu finden. Mit dem darauf folgenden Übergang von den Wasser- in die Feuerzeichen beginnt wieder ein neuer Zyklus von 800 Jahren.
Was die Astrologen zu jener Zeit aber noch nicht gewusst haben dürften: die JupiterSaturn-Konjunktion in den Fischen, 7 v. Chr., markierte einen derart großen Zykluswechsel. Dies bedeutet, daß auch der Beginn der christlichen Zeitrechnung mit dem Start einer 800 jährigen JupiterSaturn-Periode zusammentrifft!

Aber auch ohne diesen weiten zeitlichen Blick, sahen die Sternenkundigen jener Zeit, in der grossen Konjunktion die Geburt eines Messias und den Beginn eines neuen Zeitalters.

 

2400 JAHRE JUPITER SATURN KONJUNKTION

In der nachfolgenden Tabelle sind drei 800 Jahres-Zeiträume gelistet.
Links die Jahreszahl, rechts das Element der Konjunktion.

Die Spalte beginnt mit einer 200-jährigen Wasser-Periode, gefolgt von jeweils 200 Zyklus-Jahren in den Elementen Feuer, Erde und Luft

Das Horoskop der ersten Konjunktion in einem neuen Element kann als Basishoroskop für die gesamte Periode betrachtet werden. Für die letzten beiden Jahrhunderte Erd-Zyklus ist dies das Konjunktions-Horoskop von 1802.

In Zeitperioden zwischen zwei Elementen wandelt sich der Boden selbst, das Fundament, die Basis, die allen künftigen Ordnungs-Maßstäben der nächsten 200 Jahre zugrunde liegen wird.

Aktueller Zeitraum der Elemente-Überschneidung: auf die erste LuftKonjunktion 1980, folgt die letzte Erd-Konjunktion im Jahr 2000. Erst mit der Wassermann-Konjunktion 2020 sind die Übergangsjahre des Elementewechsels mit ihrer elementaren Umwandlungsdynamik abgeschlossen.

 


Elementewechsel im aktuellen 800 Jahres-Zyklus
am Beispiel Europas


FEUER 17. - 18. Jh.

Pünktlich mit Beginn dieser Zeitperiode hat sich das Allmachts-Ideal des souveränen Herrschers entwickelt. Der König als Majestät von Gottes Gnaden und höchste, vom Gesetz unabhängige Instanz. In der Mitte der Feuer-Periode läßt der Sonnenkönig Ludwig XIV. Versailles errichten, als Symbol unumschränkter zentralistischer Macht. Und dem Vorbild Frankreichs folgend, etabliert der Absolutismus des Feuer-Zyklus sich in Europa.
Das 17. und 18. Jh. war, gemäß der Expansionsdynamik des Feuers die Zeit der großen Kolonial-Reiche.

Doch auch der menschliche Geist brach zu neuen Horizonten auf. Gleich in den Jahren nach der ersten Konjunktion von 1603 schuf Kepler die Astronomia nova (1906/1909) und machte Galilei die ersten fundamentalen Beobachtungen mit dem Teleskop (1609). Philosophiegeschichtlich beginnt die Feuerperiode mit Descartes und endet mit Kant.
Natur- und Geisteswissenschaften brachten in diesen ersten beiden Jahrhunderten einer neuen 800 Jahres-Periode, eine Fülle von grundlegende Ideen und Entdeckungen hervor. Sie bilden, ideell, sozial und technisch, die unverzichtbare Basis der einschneidenden Veränderungen im Elemente-Übergang von Feuer zu Erde.


ERDE 19. - 20. Jh.

Mit einem Donnerschlag ging das Zeitalter der großen Könige zu Ende. 1782 war die letzte Konjunktion des Feuer-Zyklus. 1802 die erste im Element Erde. 1789 Erstürmung der Bastille, Beginn der Französichen Revolution. In den Jahren danach Abschaffung des Feudal-Systems, Menschenrechte und Rechtsgleichheit erstmals verfassungsmässig verankert (1791). Ausrufung der ersten Französischen Republik (1792) und schließlich Hinrichtung von König Ludwig XVI. (1793). Unaufhaltsam verbreitet sich daraufhin das Gedankengut der Aufklärung über Europa.

Ende des 18. Jh. wurde mit Erfindung der Dampfmaschine die Industrielle Revolution in großem Ausmaß möglich. Das Eisenbahnzeitalter beginnt. Eine breite Verlagerung von der Landwirtschaft zur Industrie fand statt. Kapitalbesitzer und Fabriksarbeiter wurden zur neuen Klasse. Die Kapital-Gesellschaft ersteht.

Die menschliche Vernunft (Erde) hatte in den Ideen der Aufklärung auch Gott (Monotheismus/Feuer) aus der Welt gedrängt. Zudem wird die Kirche enteignet und verliert zu Beginn des 19. Jh. ihren Anteil an der weltlichen Herrschaft.

Mit dem Materialismus des 19. und 20. Jahrhunderts eroberte sich der Mensch in vielem die Kontrolle über die Materie, erklärte die Vernunft zur entscheidenden Instanz, und den Besitz zum hierarchischen Werte-Maßstab.


LUFT 21. - 22. Jh.

Bereits 1980 fand die erste JupiterSaturn-Konjunktion im Luft-Zeichen Waage statt. Danach, 2000, nochmals eine Konjunktion im Erdzeichen Stier. Sie bricht in den begonnenen Luft-Zyklus gewissermassen als Vertreter der alten Elemente-Ordnung ein, und prolongiert damit auf einer rückverbindenen Ebene den Übergangsprozess, der mit der ersten Luft-Konjunktion von 1980 begann. Stier-Erde steht dabei für Themenaktualisierung in Bezug auf Natur, Ressourcen, Sicherheit und Territorium.

Die Widersprüchlichkeit im Übergang Erde-Luft wird beispielsweise offensichtlich im Spannungsfeld zwischen materiellen und geistig-ideellen Bezügen. In der Ergänzung der Elemente Luft und Erde wird Materie zum Träger des Geistes (Computer-Netze, Datenträger „Festplatte") oder der Geist zum Erkunder der Informationen materieller Struktur (Beispiel Entschlüsselung des Genetischen Codes).

Dennoch begann mit der JupiterSaturn-Konjunktion von 1980 - ganz offensichtlich - die 200-jährige Periode des Luft-Zyklus, die von vernetzter Kommunikation und Informations-Austausch geprägt sein wird. Gesellschaftlich werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Gleichheit und Gleich-Wertigkeit, die, mit dem Beginn des Erd-Zyklus erstmals in Verfassungen verankert wurden, mit dem Luft-Element zu einem noch umfassenderen Maßstab werden. Ideen, Möglichkeiten sich Verbinden zu können, Räume zu überwinden, Bild-Räume zu erschaffen, werden mehr und mehr zu den wichtigsten Grundlagen der menschlichen Kultur.
Der weitreichende Übergang von der erdbezogenen Industrie- zur luftbewegten Informations- und Kommunikationsgesellschaft findet statt.

Artikel (teilweise überarbeitet) erstmals erschienen in:
zeit-schrift, 1, Widder 2000
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